Hurra, hurra, die faire Maut ist da!

Am Freitag, den 27.03.2015, wurde dem Gesetzesentwurf zur “Einführung einer Infrastrukturabgabe für die Benutzung von Bundesfernstraßen” durch den Bundestag zugestimmt. Damit scheint klar: 2016 wird die Infrastrukturabgabe, auch Pkw-Maut genannt, kommen. So ganz sicher ist dies allerdings noch nicht. Gegner der Maut setzen ihre Hoffnung in den amtierenden Bundespräsidenten Joachim Gauck, der mit der Verweigerung der Unterschrift das Gesetz noch kippen kann. Der Bundespräsident hat unter anderem zwei Aufgaben bei diesem Verfahren: ein formelles und ein materielles Prüfungsrecht. Bei der formellen Prüfung wird lediglich überprüft ob der Verfahrensweg, also die Abstimmungen/Fristen etcetera, wie im Grundgesetz gefordert, eingehalten wurden. Das materielle Prüfungsrecht erlaubt es dem Bundespräsidenten den Inhalt des Gesetzes als nicht verfassungskonform anzusehen und die Unterschrift zu verweigern. Dieses Prüfungsrecht ist allerdings umstritten. Fraglich ist, ob der Bundespräsident neben dem Grundgesetz das EU-Recht in die materielle Prüfung einbezieht. Die Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN argumentieren, dass der Gesetzesentwurf nicht europarechtskonform ist, da mit der Infrastrukturabgabe eine Senkung der Kfz-Steuer einher geht und somit ausländische Kfz-Halter diskriminiert werden. Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) entgegnet bei seiner Ansprache vor der Abstimmung, dass die Maut in unseren Nachbarländern bereits existiert und zitiert die Aufforderung der EU-Kommission: “eine umfassende Anwendung des Prinzip der Kostentragung durch die Nutzer einzuführen”. Zudem sieht er die Kfz-Steuersenkung als EU Rechtskonform an, da die Kommission ebenfalls feststellte:  “in vielen Fällen müssten zum Ausgleich verkehrsbezogene Steuern gesenkt werden”. Änderungsanträge der Grünen, die den Ursprungszustand bei Ablehnung der Gesetze durch den Gerichtshof der Europäischen Union wieder herstellen sollte, wurden abgelehnt. Ebenfalls forderte die Fraktion DIE LINKE mit dem Antrag “Keine Einführung der Pkw-Maut in Deutschland” den Bundestag dazu auf, “alle Planungen für die Einführung einer Pkw-Maut unverzüglich einzustellen”. Auch dies wurde durch eine Abstimmung abgelehnt.

Für die meisten Kfz-Halter bedeutet die neue Infrastrukturabgabe keinen finanziellen Mehraufwand. In einer Beispielrechnung des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur spart ein VW Polo Trendline Besitzer sogar 2,40 Euro. Betrachtet man die Infrastrukturabgabe ohne die Kfz-Steueranpassungen stellt sich allerdings die Frage, ob die von der CDU/CSU und SPD angepriesene “Fairness” wirklich existiert.

Auszug aus dem Gesetzestext:

Die Infrastrukturabgabe ist von Haltern im Inland und im Ausland zugelassenen Pkw und Wohnmobilien gleichermaßen für die Nutzung von Bundesautobahnen und Bundesstraßen zu entrichten. Halter von nicht in der Bundesrepublik Deutschland zugelassenen Pkw und Wohnmobilen sind zunächst nur bei der Nutzung der Bundesautobahnen abgabepflichtig.

Herbert Behrens von der Fraktion DIE LINKE fand im Bundestag dazu  klare Worte: “Unsere Europäischen Nachbarn, die uns besuchen oder nahe der Grenze einkaufen oder tanken wollen müssen künftig Eintritt bezahlen, wenn sie mit dem Auto kommen. Wenn sie das nicht wollen, fahren sie über die Bundesstraßen. Da gilt zwar auch die Maut aber sie wird noch nicht erhoben. So künstlich hat das das Gesetz vorgesehen. Anders bei Besitzern von Autos in Deutschland. Sie müssen dazu noch nicht einmal mit dem Auto fahren. Sie bezahlen sowie so eine Jahresvignette auf allen Bundesstraßen, für alle Autobahnen. Egal ob sie darauf fahren oder nicht.”

Auch die Aussage von Alexander Dobrindt, dass auf nur 13.000 Kilometer Autobahn bei 53.000 Kilometer Bundesfernstraßennetz eine Maut anfällt, trägt ebenfalls wenig dazu bei, das Argument der fairen Nutzerfinanzierung zu unterstreichen.

Die Maut wird zudem nach “ökologischen Kriterien” berechnet. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Fahrzeugen. Freuen können sich vor allem diejenigen, die der Maut durch die Ausnahmeregelungen entkommen. So z. B. Elektroautos:

Nach Nummer 10 ist für Kraftfahrzeuge mit einem Antrieb auschließlich durch Elektromotoren, die ganz oder überwiegend aus mechanischen oder elektrochemischen Energiespeichern oder aus emissionsfrei betriebenen Energiewandlern gespeist werden, keine Infrastrukturabgabe zu entrichten, um deren Verwendung zur Verringerung insbesondere klima- und umweltschädlicher Auswirkungen des motorisierten Individualverkehrs zu fördern.

Bei solchen Ausnahmeregeln und Berechnungsgrundlagen von einer gerechten Abgabe für die Nutzung von Bundesstraßen und Bundesautobahnen zu schwadronieren, ist überaus gewagt. Auch Elektrofahrzeuge dürften in naher Zukunft nicht die Fähigkeit besitzen über den Asphalt zu schweben und somit die Infrastruktur im selben Maße schädigen, wie andere Fahrzeuge. Gerecht wäre eine pauschale Abgabe, die für jeden Nutzer der Bundesfernstraßen gleich ist oder eine Staffelung unter Berücksichtigung des “Zerstörungspotentials” des jeweiligen Fahrzeuges.

Alexander Dobrindt und Kollegen haben einmal mehr bewiesen, dass die Definitionen von “fair” und “gerecht” in der Politik sehr flexibel sein können und ein genaueres Hinsehen, bei dem inflationärem Gebrauch von “Buzzwords”, fast schon obligatorisch ist.

Ein Konto, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Bargeld – unumstritten das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland. Nach dem Motto “Nur Bares ist Wahres” nutzen wir es zum Bezahlen von Kleinstbeträgen bis hin zum Kauf eines Autos. Dies bestätigt auch die Studie “Zahlungsverhalten in Deutschland 2014” der Deutschen Bundesbank. So wickeln wir Geschäfte des täglichen Lebens zu 79 Prozent in bar ab. Nicht weil wir müssen, sondern vielmehr weil wir können. Die Entscheidung, eine alternative Zahlungsmöglichkeit wie EC-Karte oder Kreditkarte zu nutzen, ist abhängig von Person und Situation. Ich z. B. nutze Plastikgeld überwiegend beim Tanken, aber niemals in einem Restaurant. Mein Auto zahlte ich in bar, entscheide beim Einkaufen aber spontan, welches Zahlungsmittel ich nutze. Ein völlig individuelles Verhalten, das es mir erlaubt den Überblick über meine Finanzen zu behalten.

Während bei uns die “Wahlmöglichkeit” der Zahlungsmethode nicht reguliert ist, werden in anderen Ländern Gesetze verabschiedet, die das Bargeld langsam und kontinuierlich abschaffen. So wurde 2011  in Italien die Höchstgrenze für Bargeld-Transaktionen von 1.000 Euro eingeführt. Auch in Frankreich existiert eine Grenze von 3.000 Euro. Anders als in Italien wird in Frankreich zwischen ansässigen Steuerzahlern inklusive ausländischen Händlern, ausländischen Verbrauchern sowie Privatpersonen unterschieden. Unsere europäischen Freunde sind damit eher die Regel als die Ausnahme. Tatsächlich gibt es unterschiedlich ausgeprägte Reglementierungen in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Griechenland, Belgien, Spanien, Portugal und natürlich Frankreich und Italien. Ein Umstand, der vielen völlig entgangen ist oder vergessen wurde.

Nahezu unbemerkt blieb auch die Ankündigung des französischen Finanzministers Michel Sapin, die bestehende Grenze von 3.000 Euro auf 1.000 Euro zu senken. Kein Wunder – immerhin wurde diese Meldung von den Medien kaum weitergegeben. Die Begründungen für diesen Schritt sind die Bekämpfung von Terror, die Vermeidung von Geldwäsche, Steuerhinterziehung und allem anderen Übel dieser Welt. Eigentlich trifft uns das so genannte Bargeldverbot in Frankreich nicht sehr hart, denn für ausländische Verbraucher gilt zumindest bis September eine Grenze von 15.000 Euro, danach 10.000 Euro. Die Richtung, in die es geht, ist allerdings deutlich zu erkennen. Auch in Italien war der ursprüngliche Plan ein ganz anderer. Man wollte eigentlich eine Grenze von 300 Euro oder 500 Euro einführen. Das verwarf man allerdings, damit sich das Volk an die neuen Regeln gewöhnen konnte.

In Deutschland wäre ein partielles Bargeldverbot als Einstieg in die komplette Abschaffung des Bargeldes möglich. Noch dementiert die Bundesbank ein solches Vorhaben. Fraglich, ob es nicht irgendwann einfach notwendig wird. Das derzeitige Zinsniveau ist so niedrig wie noch nie. Die EZB senkte letztes Jahr den Einlagesatz auf minus 0,20 Prozent, den Hauptrefinanzierungssatz auf 0,05 Prozent. Der Einlagesatz beschreibt die Zinsen, die Geschäftsbanken im Euroraum zahlen, wenn sie Geld bei der EZB “parken”. Durch den negativen Zins müssen die Banken also Geld bezahlen, anstatt wie vorher Geld zu bekommen. Der Plan der EZB war, die Banken dazu zu bringen, das Geld in Form von Krediten an die Wirtschaft weiterzugeben und nicht zu bunkern. Als diese Meldung durch die Medien jagte, versicherte man noch, dass sich diese Entwicklung nicht zu den Bankkunden durchschlagen würde. Im Oktober 2014 führte jedoch eine kleine Thüringer Bank einen “Strafzins” auf das Tagesgeldkonto für vermögende Kunden ein und nannte die aktuelle EZB Politik als Grund. Bis zu diesem Zeitpunkt ist nicht bekannt, ob weitere Banken die “Strafzinsen” für private Anleger eingeführt haben. 

Laut einem Artikel vom September 2014 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschwerte sich Roland Pekla, Finanzchef von Hornbach: “Es gibt bereits Banken, die verlangen für Anlagen bis zu drei Monaten Strafzinsen”. Im November letzten Jahres kündigte die Commerzbank Strafzinsen für “einzelne große Firmenkunden mit hohem Guthaben” und “Großkonzernen und institutionelle Anleger” an. Banken versuchen mit einem solchen Verhalten den negativen Einlagesatz der EZB an ihre Kunden weiterzugeben. Bei gleichbleibendem Niveau oder gar einem weiterem Sinken der Zinsen ist es nur eine Frage der Zeit, bis man sich die “Zinsverluste” sich auch vom Kleinsparer holt.

Spanien ist diesbezüglich etwas fortschrittlicher. Mitte letzten Jahres wurde eine Zwangssteuer von 0,03 Prozent auf Bankguthaben eingeführt, und das sogar rückwirkend zum Jahresbeginn. Warum diese Entwicklung der Grundstein für ein Bargeldverbot sein könnte, wird klar, wenn man bedenkt, was passieren würde, wenn ein Negativzins auf Guthaben großflächig eingeführt werden soll. Sparer würden das Geld von den Banken abziehen um einem Strafzins zu entkommen. Da Banken nur einen Bruchteil der Einlagen in bar lagern und im Allgemeinen schon gar nicht soviel Papiergeld existiert, wären die Auswirkungen fatal. Während der Zypern-Krise konnte man die eindrucksvollen Mechanismen zur Vermeidung von Kapitalflucht und Geldabzug verfolgen. Die größten Banken Zyperns wurden geschlossen und die Abhebung am Automaten limitiert, um einen Banken-Run zu verhindern. Das Abziehen des Kapitals hätte den  ins Wanken geratenen Banken den Todesstoß versetzt. Aus der Situation kann man unter anderem zwei Dinge ableiten: 1. Ein Staat wird mit allen vorhandenen Mitteln versuchen, wichtige Banken vor dem Bankrott zu schützen 2. Der “fremde” Zugriff auf Sparguthaben ist keine Fiktion, sondern möglich. Auch bei uns!

Grundsätzlich ist es für einen Staat wesentlich schwerer, auf Bargeld zuzugreifen, das sich unter unserem Kopfkissen befindet. Deswegen kann es kaum im Interesse der Regierung liegen, wenn sich große Bargeldmengen in privaten Haushalten befinden. Sollte sich die Krise der Eurozone weiter verschärfen und es nötig werden, den Sparer in Regress zu nehmen, wäre ein Bargeldverbot nicht nur möglich, sondern gar obligatorisch.

Der Ex-US-Finanzminister Larry Summers und auch Keneth Rogoff, ein Professor der Havard Universität, werben schon seit geraumer Zeit für eine Abschaffung des Bargeldes. Ihrer Meinung nach könnte man so Bürger und Unternehmen davon abhalten, Geld zu horten und diese dazu bewegen, das Geld auszugeben. Rogoff drückte sich auf einer Veranstaltung im November 2014 des Ifo-Instituts in München  sogar noch klarer aus: “Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leichter Negativzinsen durchsetzen, um so die Wirtschaft anzukurbeln”. Es gibt also durchaus Personen, die dem Ganzen positiv gegenüber stehen. Und die Regierung hat die Macht sowie auch Gründe für die Einführung eines totalen Bargeldverbotes. Selbst die Begründung zur Vermeidung von Steuerhinterziehung und der Schutz vor Terror sind durchaus nachvollziehbare Argumente. Eine Bargeldobergrenze wird man sicherlich schnell wegdiskutieren können, immerhin gibt es auch in Griechenland eine Grenze von 1.500 Euro und dennoch erhebliche Steuerhinterziehungen.

Aber was bedeutet ein Bargeldverbot für den Bürger? Im täglichen Leben werden sich die Auswirkungen dadurch bemerkbar machen, dass wir auf alternative Zahlungsmöglichkeiten zurückgreifen. Das ist etwas, was uns kaum einschränken wird. Vielleicht erscheint es uns sogar komfortabler, da der Weg zum Bankautomaten hinfällig wird. Der Teufel steckt im Detail! Ein Bargeldverbot zwingt uns in die totale Abhängigkeit zu einer Bank inklusive aller möglichen Folgen. Jede Transaktion wäre damit völlig transparent. Keine Anonymität oder Möglichkeiten, sich dem Überwachungsstaat zu entziehen. Und falls nötig hätten die Staaten die Möglichkeit, die völlige Kontrolle über die privaten Finanzen der Bürger zu übernehmen. Von Zwangsenteignung bis hin zur Konsumdiktatur ist dann tatsächlich, zumindest technisch gesehen, alles möglich. Sobald sich die Anzeichen mehren und sich ein Bargeldverbot ankündigt, müssen wir schreien und zwar laut, sehr laut.

Mir ist durchaus bewusst, dass weder die Politik noch die Banken diese Thematik momentan aufgreifen. Vielmehr reagieren Politiker eher beschwichtigend, wenn es um dieses oder ähnliche Themen geht. Wie sehr man sich auf Worte der Politik oder auf die niedergeschriebenen aktuellen Gesetze verlassen kann, erfahren wir jeden Tag. Unvorstellbare Szenarien werden plötzlich Realität und Grenzen, die vor einigen Jahren noch Tabu waren, werden als “alternativlos” deklariert und eingerissen. Herzlich Willkommen im Spiel der Politik und Banken, in dem der “Otto Normalbürger” immer nur verliert.

Mit Volldampf ins Fettnäpfchen

Vorstellungsgespräche, ein unvermeidlicher Termin, wenn man einen neuen Job ergattern möchte. Durch eine Aneinanderreihung von Zufällen durfte ich mich heute in ein schickes Spitzenkleid hüllen, um mich bei einem Unternehmen als C++ Oberflächenentwicklerin im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung vorzustellen. So richtig begeistert war ich von Anfang an nicht, aber da ich in einem Anflug geistiger Umnachtung der Arbeitnehmerüberlassung meines Vertrauens erlaubte das Profil raus zuschicken und die Einladung in weniger als 12 Stunden erfolgte, nahm ich den Termin wahr. Immerhin war es mal wieder eine nette Übung. Herkömmliche Bewerbungsgespräche hatte ich seit Jahren nicht und Projektgespräche mit Kunden sind in der Regel etwas anders.

Angekommen bei der Firma X in Nürnberg holte mich mein Gesprächspartner, der Fachbereichsleiter, am Eingang ab und führte mich in einen Besprechungsraum. Nach der ersten Sekunde war mir schon klar, dass wir niemals Freunde werden und ich mein sonniges Gemüt hinter purer Professionalität verstecken muss. Zu meiner großen Freude stieß noch ein junger Mann dazu, der wohl den Posten des Lead-Entwicklers inne hatte und eher meinem Naturell entsprach. Während ich mit ernster, interessierter Miene dem Fachbereichsleiter dabei zuhörte, wie er Luftschlösser baute und unablässig auf die Komplexität meiner eventuellen neuen Aufgabe hinwies, überlegte ich, ob mein Gegenüber das tatsächlich ernst meint. Jedem Entwickler, der ein wenig was von der Materie versteht, weiß, dass C++ (MFC) Oberflächenentwicklung kein Hexenwerk ist. Es ist weder interessant noch hoch komplex und schon gar nicht herausfordernd. Auch das eine Datenbank genutzt wird, lässt die meisten jetzt nicht vor Schreck davon rennen.

Nachdem er fertig war, wurde ich aufgefordert etwas über mich zu erzählen. Natürlich liegt es in einem Bewerbungsgespräch nahe nochmal das zu erzählen, was eh schon im Lebenslauf steht. Zu meiner Schande muss ich gestehen: ich habe die Hälfte meiner Arbeitgeber und Projekte vergessen. Ein Fauxpas, den man sich, meiner Meinung nach, nicht leisten sollte. Zumindest der zeitliche Ablauf und die Arbeitgeber/Kunden sollte man immer wissen. Meine Ausführungen waren jedoch so detailliert, dass es kaum Nachfragen gab und so schwadronierte der Fachbereichsleiter erneut über das Unternehmen. Ich lies ihn höflich gewähren bis es um die Übernahmechancen der Arbeitnehmerüberlassenen ging. Die “Stelle” war bis zum Ende diesen Jahres befristet und im Gespräch kristallisierte sich heraus, dass die Betreuung der “alten Software” noch länger von Nöten war. Mein Gegenüber erklärte, dass ANÜ Verträge maximal 2 Jahre dauern können und danach die Möglichkeit einer Übernahme besteht. Die Befristung zum Ende des Jahres dient lediglich der Eignungsprüfung. Bei dieser Steilvorlage konnte ich mir es natürlich nicht verkneifen nachzufragen, warum man die Leute dann nicht direkt einstellt, immerhin gibt es auch befristete Verträge für direkt Angestellte. Der junge Mann, der außer ein paar Detailinformationen zu dem Produkt, noch nicht viel beigetragen hatte, fing an zu grinsen. Ein schönes Szenario! Wir wussten natürlich alle, warum das so ist. Wie erwartet bekam ich keine richtige Antwort, denn der Fachbereichsleiter murmelte sich mit fadenscheinigen Argumenten aus der Situation. Erster Strike für cleo!

Und wieder wurde mir das angeblich herausfordernde Projektumfeld beschrieben, doch diesmal unterbrach ich meinen Gesprächspartner desöfteren und warf ein, dass es sich um stinknormale Softwareentwicklung handelt und sich alles nach einem normalen Softwareprojekt anhört. Der junge Mann pflichtete mir stets enthusiastisch bei, während sein Vorgesetzter stur seinen Stiefel durchzog und stets bemüht war das Projekt irgendwie attraktiv darzustellen. Der Fachbereichsleiter wirkte jetzt jedoch weit weniger “happy” als noch zu Beginn des Gesprächs. Zweiter Strike?!?
Die einzige fachliche Frage wurde mir von dem jungen Mann gestellt. Er wollte wissen, ob ich schon mal in einem agilen Team gearbeitet habe.. mit SCRUM und so. Anscheinend war es kein Problem, dass ich noch keine Erfahrungen in dem Bereich habe, immerhin wird es auch in dem Projekt um das es geht, nicht eingesetzt.

Als wir uns nichts mehr zu sagen hatten, teilte mir der Gesprächsführer mit, dass sie noch weitere Bewerber haben und spätestens nächste Woche Rückmeldung geben würden. Höflich antwortete ich, dass das vollkommen in Ordnung sei, denn ich müsse auch noch überlegen, ob der Job für mich interessant ist. Oh ha! Dritter Strike! Sichtlich erschüttert über diese Aussage, sagte mir der Fachbereichsleiter, dass sie natürlich davon ausgehen, dass jemand den Job will, vorallem wenn er sich vorstellt. Es sei unüblich, dass der Bewerber sich das noch überlegen muss. Da trafen eindeutig zwei Welten ungebremst aufeinander. Ich bin der Meinung, dass ein Bewerbungsgespräch auf Augenhöhe zwischen zwei Parteien stattfindet und dazu dient, dass alle Beteiligten prüfen, ob eine Zusammenarbeit vorstellbar wäre. Seine Vorstellungen sind wohl eher, dass ein Bewerber ein Bittsteller ist und eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Unternehmen das Beste ist, was jemandem in seinem Leben passieren kann. Er versuchte sein anfängliches Entsetzen etwas abzumildern indem er mir “erlaubte” darüber nachzudenken, ob der Job was für mich wäre und so verabschiedeten wir uns.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Zusammenarbeit nicht in Frage kommt außer sie haben wirklich keine andere Option, immerhin sind C++ Entwickler eine aussterbende Spezies. Ob ich die “Chance” nutzen würde, steht auch noch in den Sternen. Die Entscheidung die Freiberuflichkeit aufzugeben fiel unter der Voraussetzung, dass es ein Job sein muss, indem ich als Freiberufler kein Projekt kriege. So habe ich keine Chance bei Projektmanager-Projekten, da mir die Erfahrung fehlt und die Erfahrung kriege ich nicht, weil ich keine Projekte in dem Bereich bekomme. Oder natürlich es handelt sich um einen so genialen, abwechslungsreichen, herausfordernden Job, dass selbst ich völlig fasziniert vor der Aufgabe stehe.

Nachtrag: Heute, also einen Tag nach dem Gespräch, habe ich bescheid gegeben, dass ich an der Stelle endgültig nicht interessiert bin.

München – Unendliche Weiten II

Teil 1 gibt es hier: München – Unendliche Weiten

Auf gehts!

Fit wie die Turnschuhe, welche ich letztens entsorgt hatte, hüpfte ich am nächsten Morgen aus dem Bett und begab mich, aufgestyled als wolle ich ins Museum, zum Frühstücken. Ich konnte förmlich meinen Kühlschrank aus der Ferne wimmern hören, als ich die Fülle der Speisen sah. So viele Nahrungsmittel hatte er schon lange nicht mehr gesehen… und ich auch nicht.
Während ich so da saß und meine Wassermelonensucht stillte, nahm neben mir ein junger Mann Platz. Eine kurze ausgiebige Musterung verführte mich dazu ihn anzusprechen, denn er sah aus wie ein potentieller Wähler aus Gnerkland und Kontakt zu Landsmännern kann nie schaden. Anhand seiner Reaktion konnte ich allerdings schnell feststellen, dass er aus Nerdnation (die sind erfahrungsgemäß etwas unkommunikativer) stammen musste. Er erzählte mir, unablässig auf sein Teller starrend, er wäre “scientist” und beendete damit das informative Gespräch.

Ausgestattet mit genügend Kalorien schnappte ich mir die Leih-Kamera von Markus und wollte die Umgebung auf Bildern bannen. Vermutlich gab es wieder einen Puderzucker-Unfall, denn anders konnte ich mir das weiße Zeug auf den Straßen, mitten im Februar, nicht erklären. Ein Nebeneffekt dieses Unfalles war unglücklicherweise, dass München aussah wie ich mich fühlte: Total im Eimer! Trotz oder vielmehr deswegen gab ich mein Bestes um die herrschaftlichen Gebäude im nicht vorhandenen Licht, anmutig erscheinen zu lassen.

Eine Frau  mit Kamera, die am Sonntag zu früher Stunde Häuser abschoss erweckte wohl das Interesse einer Einheimischen. Provokativ stellte sie sich mir und dem Motiv meiner Wahl in den Weg und stoppte sogar ein Winterräumfahrzeug, um mit dem Fahrer einen kurzen Plausch abzuhalten. Geduldig an ein Schaufenster gepresst, um den One-Million-Dollar-Shot zu machen, wartete ich bis sie auf mich zukam und mich fragte, ob ich Fotos mache. Fasziniert von ihrer Fähigkeit das Offensichtliche kurz und prägnant in einem kurzen Satz zu verpacken antwortete ich ihr vergnügt: Ja! Ohne Vorwarnung fand ich mich in einer Konversation wieder, die etwas von Heiratsvermittlung hatte. Die nette Dame beschrieb mir ihr Haus in Griechenland das aus verschiedenen Elementen der mich umgebenden Häuser zusammengewürfelt wurde. Die selbe Treppe wie das eine Haus, die selbe Farbe wie das Haus gegenüber und vieles mehr. Nachdem der Besitzstand der Familie geklärt war, erzählte sie mir stolz von ihren Söhnen. Einer ein Kapitän, der andere ein Arzt. Nach einigen Minuten zog die Frau weiter ihres Weges und ich lief zurück zum Hotel, während mein Verstand versuchte die gerade gewonnenen Informationen einzuordnen.

Mein weiterer Plan für den Tag war, “den Ort des Wissens” in München, zu besuchen: Das Deutsche Museum. Ich erntete skeptische Blicke als ich mein Vorhaben zum Deutschen Museum zu laufen der Dame an der Rezeption verkündete. Offenbar läuft man in München nicht! Aufgrund des grandiosen Wetters folgte ich ihrem Rat mit den Öffentlichen zu fahren und stampfte aus dem Gebäude.

Pfannenwendereiskratzer

Vor dem Hotel begegnete ich einer Gruppe von Schaulustigen. Interessiert hielt ich kurz inne und beobachtete einen Mann, der mit dem Stiel eines Edelstahlpfannenwenders die gefrorene Frontscheibe seines Auto frei kratze. Aus der Menge ertönte es “Warum?”. Gedanklich antwortete ich “weil ers kann!” während ich aus meinem Kofferraum einen Eiskratzer mit integriertem Besen kramte. Nachdem ich mich wieder umdrehte war der Mann einer hübschen, kleinen Frau gewichen, die mit dem vermeidlich richtigem Ende des Wenders die Scheibe auf ineffiziente Art und Weise vom Eis befreite. Lächelnd streckte ich ihr mein kleines Helferlein entgegen, dass sie dankbar annahm und anmutig ungeschickt versuchte sie den festsitzenden Sichtschutz zu entfernen. Als sie an ihre Grenzen stieß, die Mitte der Scheibe, half ich ihr und wies sie in Funktionsweise des intuitiv benutzbaren Kratzers ein. Meine Suche nach der versteckten Kamera wurde abrupt beendet, als sie mir fröhlich erzählte, sie komme aus Südafrika und hat noch nie Schnee gesehen. Geistesgegenwärtig erklärte ich ihr in meinem besten Englisch, dass ich ungefähr genau so gut spreche wie Hochdeutsch, wie die Heizung des Leihwagens funktioniert. Immerhin wollte ich dass sie nicht nur den Durchblick hat, sondern es dabei auch noch kuschlig warm hat. Nach Dankeshymnen und Händeschütteln endete unsere kurze Begegnung und ich ging, froh darüber Gnerkland so hervorragend repräsentiert zu haben, weiter.

x Bahn

Mein ausgeprägter Orientierungssinn, ein paar Spaziergänger und eine analoge Karte, die ich aus dem Hotel stibitzt hatte, ermöglichten es mir die Haltestelle der S-Bahn in Windeseile zu finden. Dachte ich zumindest! In Wahrheit sah ich die Straßenbahn wollte aber zur Stadtbahn (oder ich stand vor der Stadtbahn und wollte zur Straßenbahn, irgendwie sowas). Geübt fragte ich einen Mann der mit mir an der Ampel wartete, wohin ich denn nun müsse. Er erklärte mir, dass ich zur Tram will. Bis zum heutigen Tage ist mir nicht klar, wie die Ausdrücke S-Bahn, Tram, Stadtbahn, Straßenbahn, U-Bahn zueinander stehen. Die S-Bahn oder Tram verläuft, sollte ich mit dieser gefahren sein, nämlich auch im Untergrund, also eigentlich eine U-Bahn. Aber auf meiner analogen Karte stand ein S für S-Bahn, aber das wiederum ist nicht die S-Bahn im Sinne von Straßenbahn. Sehr komplex das Ganze!

Während ich mit irgendeiner Bahn zu der Zielhaltestelle fuhr überlegte ich, wie viele Triefnasen wohl schon am Fahrkartenautomat rum-touch-ten und sich am Geländer in der Bahn fest gehalten hatten. Ein wenig angewidert verließ ich die Bahn und sah einen Mann frierend auf dem Boden kauern. Das Schild “Bitte helft mir” drehte er zu den vorbeiströmenden Passanten, die teilnahmslos weiterzogen. Selbst ein wenig schlotternd kaufte ich im Backshop zwei Brezeln und einen Kaffee, die ich ihm in die Hände drückte, bevor ich zum Museum schlenderte.

Angekommen am Ort meiner Bestimmung folgte ich meinem angeborenem Herdentrieb und stellte mich an der Kasse an, an der schon andere Leute standen. Irgendwas war wohl mit der freien Kasse nicht in Ordnung. Wartend lauschte ich einer sächsischen Familie die zwei Gutscheine für zwei Eintrittskarten hatten, aber nicht so richtig begreifen wollten, dass die Summe von 20€ die auf dem mitgebrachten Umschlag stand nicht  von belang waren. Der Eintritt kostete nur 8,50€ pro Karte, also 17€ für zwei Karten, also weniger als 20€. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte die Kassiererin das Missverständnis auflösen und ich konnte ihr mit dem lockeren Spruch: “Einmal ich!” eine Karte abluchsen. Ein wenig geknickt, dass ich nicht nach meinem nicht vorhandenen Studentenausweis gefragt wurde, passierte ich die gründliche nachlässige Eingangskontrolle, gab meine Jacke ab und suchte die Toiletten auf, um mir den Schmutz der öffentlichen Verkehrsmittel von den Händen zu waschen. Zu meinem Glück war die Frequentierung der Toiletten ziemlich hoch und ich konnte, ohne meine sauberen Patscherchen zu gefährden,  raus aus dem Waschraum.

…bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher (Albert Einstein)

Zuerst spazierte ich durch verschiedenen Epochen des Bergbaus. Schon genial diese Menschen! Von der Handarbeit zu technischen Lösungen die es ermöglichen auf effizienteste Art und Weise den Planeten zu durchlöchern. Durch die künstlich angelegten, beengenden Tunnel, dem schummrigen Licht und der schlechten Luft konnte ich einen realistischen Eindruck davon gewinnen, was für eine wunderbar romantische Arbeit der Bergbau sein musste und schon immer war. Während ich eruierte, ob der Bergbau eine gute zweite Karrieremöglichkeit sei, kam ich zum Ende der Ausstellung und fand mich plötzlich in der Sektion der Materialverarbeitung wieder. Angespornt durch das eben erlebte lief ich gelangweilt durch verschiedene Abteilungen des ersten Stockes. Selbst meine fundierten schauspielerischen Fähigkeiten konnten über meine Euphorie nicht hinwegtäuschen. Ich beschloss mir das anzusehen, was mich auch wirklich interessiert. Ohne genaue Koordinaten machte ich mich auf die Suche nach dem Einzigen, dass ich aus dem Informatikunterricht in der 8.Klasse noch wusste: den Z3 von meinem Freund Konrad Zuse. Ähnlich wie ich (hüstel..hüstel), (fast, je nach Definition) der Erste seiner Art und ein Meilenstein der Geschichte.

Ich latschte an vielen Individuen vorbei, die gebannt auf ominöse Karten in ihren Händen starrten. Schlagartig wurde mir klar: Die haben einen Plan! Hektisch sah ich mich um, denn ich wollte auch wissen, wo ich hin muss oder zumindest gerade war. Dieser Wunsch blieb mir allerdings verwehrt, denn nirgends war die von mir begehrte Karte zu finden. Die Museumsleitung dachte wohl es sei besser die Besucher auf eine Schnitzeljagd zu schicken.

Mein Weg führte mich vorbei an Schiffen und Unterseebooten längst vergangener Zeiten. Ich hielt bei zwei Torpedos inne und betrachtete ehrfürchtig das todbringende Metallgehäuse. Hinter mir befanden sich detailgetreue Modelle von elegant anmutenden Zerstörern, Flugzeugträgern und sonstigen Kampfschiffen. Der Gedanke, dass die menschliche Rasse so genial und gleichermaßen Dumm ist, lies mich auch nicht los, als ich in einer anderen Abteilung die Flugzeuge betrachtete. Aus Holz gebaute putzige Flugmaschinen tummelten sich neben Flugzeugen, deren einziges Ziel es war Unheil und Zerstörung zu sähen. Vergnügt liefen die anderen Besucher an mir vorbei während ich wenig amüsiert vor den Errungenschaften der Zivilisation stand und Stoßgebete zum fliegenden Spaghettimonster sendete.

Eine kurze Selbstdiagnose verriet mir, dass sich mein C8H10N4O2-Spiegel dem roten Bereich nährte und ich beschloss ein kurzes Päuschen einzulegen. Ich genoss einen Kaffee, den ich selbst meinem besten Feind nicht anbieten würde und sinnierte, warum die Notwendigkeit von Kriegen, um technologischen Fortschritt zu erreichen anscheinend auch in der heutigen Zeit, notwendig ist. Gnerkland, Nerdnation und Geeknanien haben sich natürlich auch ab und an in den Haaren. Wir lösen solche Konflikte jedoch neuerdings auf sehr traditionelle Weise: ein Quake 3 1on1, BF1942 Pistolenwettkampf oder, wenn es sich um größere Streitereien handelt, einem geschmeidigem 8on8 BF4 Wettstreit. Erstaunlicherweise entwickeln wir uns technologisch, gesellschaftlich und persönlich stetig weiter ohne das Mittel der Aufrüstung zur Abschreckung, Krieg etc. immer noch einzusetzen.

Nachdem meine Koffein-Reserven zu genüge aufgefüllt waren, spazierte ich weiter. Immer noch Ahnungslos, wo die Abteilung Informatik zu finden war, legte ich einen kleinen Stopp in der Physik ein, um zu überprüfen, ob die Informationen des Museums zum Thema Kernspaltung bzw. Kettenreaktion auch korrekt waren. Untermalt durch beeindruckende Power-Point-Bilder hallte eine weibliche Stimme aus den Lautsprechern und erklärte wie ein Neutron auf einen Atomkern trifft, dieser sich teilt und zwei bis drei lustige freie Neutronen ihren Weg zu den nächsten Opfern suchten. Das war also die unkontrollierte Kettenreaktion. Kein wünschenswerter Zustand, außer man möchte irgendwelchen Forderungen etwas Nachdruck verleihen. Der Lösungsvorschlag für eine kontrollierte Kettenreaktion war so simpel wie genial: man schiebt ein graues Kästchen dazwischen und fängt überschüssige Neutronen ein. Etwas wehmütig darüber eine herausragende 5 in der Klausur zu diesem Thema kassiert zu haben, trottete ich weiter als sich meine Laune schlagartig aufhellte. An der Decke konnte ich den von mir so begehrten Wegweiser zur Informatikabteilung erspähen.

Penibel folgte ich den Anweisungen an der Decke. Da war er, der.. Z4! Eine Tafel teilte mir mit, dass der Z3, wie hätte es auch anders sein sollen, während eines Bombenangriffs zerstört wurde und die Nachbildung sich gerade in der Restauration befand. Ach! Man nimmt was man kriegt! Angestrengt überlegte ich wie ich das Monstrum in meinem kleinen Peugeot transportieren könnte und wo sich der Rechner am Besten in meine vorhandene Wohnzimmereinrichtung integrieren ließe. Da mir die Timelord Technologie “Von innen größer als von außen” zur Zeit nicht zur Verfügung stand, ließ ich den Z4 an Ort und Stelle stehen und suchte den Ausgang.

6600 Schritte zum Ziel

Eingepackt, als wäre es Winter, entschied ich mich, zurück zum Hotel zu laufen. Die hohe Investition eines Tagestickets der Bahn, nahm ich zugunsten der Gesundheit in Kauf und fragte ehemalige Museumsbesucher in welche Richtung ich laufen müsse. Ein Mann zückte ein kleines Gerät, dass ich als ein Handtelefon identifizieren konnte und deutete mir den Weg. Als ich mich dankbar verabschiedete warnte er mich davor meine Lauffähigkeiten nicht zu überschätzen und zeigte mir die Alternativroute Richtung Bahnhaltestelle. Dickköpfig wies ich ihn freundlich darauf  hin, dass ich laufen möchte und 3,3 km kein Problem darstellen sollten.

Das Bauamt der Stadt München durchkreuzte meinen Plan einfach gerade aus zum Hotel zu stiefeln. Irgendwer fand es wohl lustig mir Häuser und anderen unnötigen Kram in den Weg zu stellen und ich war wieder irgendwo mitten in München.

Meine Vermutung, dass in München wenig gelaufen wird erhärtete sich, als ich einige willkürlich auserwählte Einheimische nach dem Weg fragte und mir immer wieder nahegelegt wurde die Bahn zu nehmen. Mir schienen diese Empfehlungen recht unlogisch, immerhin gingen meine auserkorenen wandelnden Informationssäulen auch zu Fuß.
So wandelte ich durch die Straßen bis ich einem jungem Pärchen begegnete. Nachdem die Rahmenbedingungen (keine Bahn) geklärt waren, zeigte der männliche Part des Zweiergespanns auf einen Betonklotz in der Ferne und erklärte mir, dass ich an der jüdischen Moschee links gehen muss. Jüdische Moschee… Ich war ziemlich neugierig, was es damit auf sich hatte, immerhin sind es zwei völlig unterschiedliche Religionen und von jüdischen Muslimen hatte ich noch nie was gehört.

Ich war schon etwas enttäuscht, als ich feststellte, dass es sich um eine Synagoge handelte. Doch kein Religions-Cross-Over! Da stand ich nun, am jüdischen Zentrum am Jakobsplatz in München. Wie befohlen bog ich links ab und suchte die Schilder, die mir der junge Mann versprochen hatte. In der Regel bin ich durchaus in der Lage Schilder zu lesen, sofern diese auch existieren, aber da waren keine. Nach vergeblicher Suche erspähte ich einen älteren Herren in der Begleitung einer Dame und 3 Hunden. Eigentlich hätte ich sie nicht angesprochen, denn der Mann schaute etwas.. naja.. grimmig, aber aufgrund anderer fehlender Kommunikationspartner, rang ich mich dazu durch und sprach die beiden an.

…dann können wir also keine reiche Frau aus dir machen!

Ich hatte sie gefunden, richtig freundliche Einheimische, die nicht reagierten als wäre ich gerade unangemeldet mit einem Brecheisen in ihre Hütte eingedrungen. Meine neuen Weggefährten begleiteten mich eine Weile bis sie sicher waren, dass ich den Weg diesmal tatsächlich finden würde. Während wir durch den Schnee watschelten und uns über schwarze Hunde und deren Definierung als “Teufelshunde” in verschiedenen Kulturen unterhielten, versuchte ich die Beiden in wohl überlegte Schubladen zu stecken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich nicht um ein Ehepaar sondern eher um gute alte Freunde gehandelt  hat. Der Mann nett aber eher ein Grieskram, die Frau sehr herzlich und beide etwas verrückt.

An einer Kreuzung sollten sich unsere Wege wieder trennen und ich wollte mich verabschieden, als mich der Mann fragte ob ich singen könne. Mit zitternder Stimme sagte ich lachend, dass ich nur im Auto singen würde und auch nur, wenn niemand zuhört. “Schade, dann können wir also keine reiche Frau aus dir machen!” erwiderte der Mann und ermunterte mich zu Hause zu üben und wieder bei ihm vorbei zu kommen, wenn ich besser geworden bin. Enthusiastisch versuchte ich ihm klar zu machen, dass die Technik das Problem mit der Klangfarbe niemals wett machen würde, als die Frau ihrem Kompagnon verbal zu Hilfe eilte und ebenfalls auf mich einredete. “Üben! Üben! Üben!” war die unmissverständliche Anweisung die sie mir mitgaben, als sie mich aus dem Gespräch entließen.

Ich wanderte über die weiße Wüste, genannt Theresienwiese Richtung Hotel. Spaziergänger schlenderten leichten Fußes über die ca. 20 cm hohe Tiefschneedecke, während ich einsank und jeder weitere Schritt eine immense Kraftanstrengung bedeutete. Ich beschloss, dass es Zeit für eine Diät sei, als ich den Grund für meine missliche Lage herausfand: die anderen liefen auf dem fest getrampelten Weg, ich auf der Wiese.  Da stand ich nun.. in der Mitte der “Wiesn”: links von mir ein Pfad, rechts von mir ein Pfad und vor mir? Kein Pfad! Um anderen Verirrten den Weg zu erleichtern, entschied ich mich dazu, leise fluchend, meinen Weg über das unebene Gelände fortzusetzen und einen neuen Trampelpfad zu etablieren.

Im Hotel angekommen fing ich an an dieser langen Kurzerzählung zu schreiben, denn mein Hirn wollte die gesammelten Informationen loswerden, um Platz für Neues zu haben.

Energiekosten explodieren! Zwei Strahler zuviel für Bayerns Hauptstadt..

Es war 5 Uhr morgens an einem, wie ich vermutete, nicht so schönen Montag. Wie gerne wäre ich von den schrillen Tönen meines Weckers zu einer unchristlichen Zeit geweckt worden, aber klein cleos Körper war wohl der Meinung, dass Schlaf eine völlig überbewertete Sache sei. Mit völlig absurden Methoden, wie das Einschalten des TVs und dem Ansehen von, ich traue es mich fast nicht zu sagen, “Die Trovatos” mit eingeschaltetem Sleeptimer von 30 Min versuchte ich einzuschlafen. Ich ging eigentlich von aus, dass bei soviel geballtem Unsinn das Gehirn gegen steuert und aus Selbstschutz abschaltet. Pustekuchen! Ich identifizierte meinen laut knurrenden Magen als einen Teil des Problems und versuchte mit einer kleinen Tüte Studentenfutter aus der Minibar der Situation vergeblich Herrin zu werden. Dem FSM sei Dank war es schon 3 Uhr und somit nur noch 4 Stunden bis zum Frühstück. Nach einer weiteren Stunde beschloss ich zur Bavaria (das ist so eine Tante die an der Theresienwiese steht, wieso und warum  k.a.) zu gehen. Also wieder ab in die Klamotten und ab nach draußen. Die Tür, welche mir die letzten Tage immer gute Dienste leistete schlief wohl, denn sie wollte sich einfach nicht öffnen. Ein wenig hilflos sah ich mich um und schrie ganz leise und zaghaft “Hallo?” aber niemand war da. Super! Eingesperrt im Hotel! Ich erinnerte mich, viel mehr sah ich, eine Klingel auf dem Tresen stehen auf die ich mit all meinen verbleibenden Kraftreserven, haute. Und da kam sie, der Engel mit den blonden Haaren und der Fähigkeit die Türelektronik in Gang zu setzen.

Mein mühseliger Weg führte mich wieder über die schier endlos anmutende weiße Theresienwiese. Der Schnee, der gestern noch locker war, bildete nun eine Eisschicht, die unter meinem Gewicht ätzend nachgab. Während ich also irgendwo in einem Meer aus Schnee und Eis in Richtung Bavaria stiefelte tauchte vor mir ein hell erleuchtetes eckiges “Gebäude” auf. Meine müden Augen erblickten den Schriftzug “Festleitung” (oder irgendwie sowas ähnliches). Der Kasten verdeckte die Sicht auf das Denkmal und ich war etwas irritiert, ob ich nicht ggf doch schon dran vorbei gelaufen bin. Nach einem kleinen Kontrollblick wusste ich allerdings, dass mein Ziel irgendwo vor mir liegen musste.

Wie schon so oft unterschätzte ich die Anstrengung die eine solche Schneewanderung, auf einer ebenen Wiese mit sich bringt. Ich möchte nochmal kurz betonen: viele Strahler erleuchteten von außen das “Gebäude” und einen Parkplatz dahinter. Mit eisernem Willen schleppte ich mich keuchend weiter, um nun endlich die ersten Umrisse von… naja, irgendwas das in der weißen Einöde steht.. zu erblicken. Mein messerscharfer Verstand lies sich natürlich nicht täuschen, das war sie, auch wenn man sie nicht erkannte, denn sie hatte keine Festbeleuchtung. Die technischen Voraussetzungen waren zwar gegeben, denn zwei Strahler zeigten auf sie, aber die waren aus. Nur ein paar zu kurz geratene Straßenlaternen spendeten ein wenig Licht, aber das reichte bei weitem nicht aus.

Als ich auf dieses Monument der Geschichte zu lief wurde mir ein wenig mulmig. Es ist schon ein wenig schräg wenn man hinter sich nur eine menschenleere weiße Fläche hat, der Mond sich hinter den Wolken versteckt und man läuft in der Dunkelheit auf einen riesen Schatten mit menschlichen Zügen zu. Sofort fiel mir die Simpsonsfolge ein in dem die Werbefiguren lebendig wurden. Argwöhnisch beobachtete ich die Tante, wohl wissend das ich zu einer Flucht gar nicht mehr fähig gewesen wäre! Aber sie blieb cool und da sie schon mal stillstand, wollte ich ein Foto machen.

Jetzt konnte Markus Kamera mal zeigen, was sie wirklich drauf hat. Offenbar hatte diese aber gar keine Lust was zu tun, denn sie teilte mir ständig mit sie wäre “busy”. Eine Schrecksekunde später… Ich dachte ich hätte die Kamera gekillt und fragte mich ob es wohl besser sei sich einfach hier in den Schnee fallen zu lassen und elendig zu verenden oder ob ich mich Markus stellen soll, als mir einfiel: Ich bin cleo und die Kamera ist Technik. Diese symbiotische Beziehung wirdbavaria3 sicherlich nicht einfach so enden, also muss die Ursache ganz eindeutig woanders liegen. Ich hatte natürlich eine Vermutung und hielt auf das hervorragend ausgeleuchtete Gebäude, dass niemanden interessierte, und schoss es erfolgreich ab.

Mein Rückweg zum Hotel war etwas einfacher, denn ich bin hoch auf den Fußweg gegangen. Mit absoluter Sicherheit kann ich nun sagen: Auf geräumten Straßen läuft es sich wesentlich leichter als auf einer halb durchgefrorenen Schneedecke auf einer Wiese. Hätte ich das nur mal vorher gewusst!

Mein blonder Türöffner lächelte mich an, als ich zurück im Hotel war und meinte ich könne jetzt nach dem Spaziergang bestimmt gut schlafen. Natürlich war der kleine Ausflug bezüglich des Hungerproblems eher Kontraproduktiv und so harrte ich in meiner kleinen Unterkunft bis zum Frühstück aus.

Punkt 7.00 Uhr stand ich in voller Frische, ungeschminkt und ein wenig lädiert, im Frühstücksraum auf der Matte und stopfte mir genüsslich das Essen in den Mund. Eine junge Frau die aussah, als wäre sie gerade aus einem Modelkatalog gehupft, betrat den Raum, als ich gerade fertig gegessen hatte und wieder hoch aufs Zimmer wollte. Mit einem “mulmigen” Gefühl, immerhin war ich wohl total underdressed fürs Frühstücken, ging ich ohne viel Aufsehen zurück ins Zimmer, schaltete den Fernseher ein und schmiss mich ins Bett.

schnarch

Bevor mein Wecker auch nur annährend die von mir spezifizierte Weckzeit erreichte, riss mich der  ausgehende Fernseher aus dem Schlaf. Anscheinend hatte das Ding eine Aus-Zeitschaltung und die plötzlich eintretende Stille war dem Weiterschlafen nicht gerade zuträglich.

 

Hotel Bavaria

Allgemeines

Das Hotel Bavaria befindet sich seit über 40 Jahren in Familienbesitz. Die 51 Zimmer unterteilen sich in die Kategorien Komfort, Lifestyle, Exklusiv sowie eine Suite.

Ich bewohnte ein Komfort-Zimmer zur Einzelnutzung konnte jedoch auch ein Zimmer der Kategorie Lifestyle in Augenschein nehmen.

Die Bilder auf der Webseite http://www.hotel-bavaria.com vermitteln einen guten Eindruck von den zur Verfügung stehenden Zimmern. Diese sind entweder mit Badewanne oder Dusche ausgestattet. Kostenfreies WLAN steht im gesamten Haus zur Verfügung.

Buchung

Die Buchung der Zimmer gestaltet sich als relativ einfach. Nach der Angabe der Anreise und Abreise werden alle verfügbaren Zimmer aufgelistet und man kann sich eine Zimmerkategorie aussuchen. Die Kategorien unterteilen sich, anders als bei der Information über die Zimmer, in weitere Unterkategorien. Unterschieden wird hier vorallem zwischen Zimmern die ausschließlich zur Einzelnutzung oder für 1-2 Personen buchbar sind. Die Suite und Zimmer mit einer Verbindungstür werden ebenfalls Einzeln angezeigt. Die Suite die sich nun Apartment nennt ist für 1-4 Personen geeignet und besitzt 2 Schlafzimmer sowie ein geräumiges Bad.

Eine kleine Unschönheit ist die Sortierung der Auflistung, da diese etwas willkürlich zu sein scheint. Pro Zimmer wird eine “Summe je nach Rate” angezeigt die sich als Preisspanne darstellt. Hat man ein Zimmer ausgewählt, kann man die Rate ändern und zwar auf die Best Price Rate, die ein paar € unterhalb der Standard Rate ist. Diese Rate wird anscheinend nur angeboten, wenn man direkt auf der Homepage bucht.

Im nächsten Schritt der Buchung können Optional zahlungspflichtige Leistungen wie Obstkörbe, Bademantel und Slipper dazu gebucht werden.

Das Hotel besitzt anscheinend auch andere Raten für Stammkunden oder spezielle Preise für Unternehmen. Weitere Information dazu konnte ich auf der Seite nicht finden.

Zum Schluss wird die Adresse und die gewünschte unverbindliche Anreisezeit abgefragt. Liegt die Anreisezeit bei ca. 18 Uhr werden Kreditkarteninformationen als Garantie eingefordert. Auch eine Bemerkung kann hier eingetragen werden.

Fazit:

Die Buchung ist auch für den Leihen kein Problem. Etwas unelegant ist die unsortierte Auflistung der Zimmer sowie die Auswahl Raten in dem Buchungssystem gelöst.
Wer Wert auf eine Badewanne legt, der sollte das bei der Buchung angeben oder im Hotel anrufen. Ich konnte keine Möglichkeit finden, das auf der Seite explizit auszuwählen.
Das Buchen auf der Webseite stellt die erste Wahl dar. Die Geschäftsführerin des Hotels erklärte mir, dass bei einer Direktbuchung die AGBs des Hotels greifen, bei einer Buchung über ein anderes Portal deren Geschäftsbedingungen, was die Flexibilität bei Änderung der Buchung einschränkt.

Das Hotel bietet ebenfalls Arrangements bzw. Pauschalen an. Diese sind unter den entsprechenden Links auf der Webseite zu finden.

Lage

Das Hotel liegt ca. 100m von der Theresienwiese entfernt in einer ruhigen Seitenstraße. Eine  Tiefgarage und Parkmöglichkeiten stehen für 15€ pro Nacht zur Verfügung. Wer keine Gebühren bezahlen möchte, stellt sich auf einen Anwohnerparkplatz und hofft, dass keine Polizei vorbeikommt. Für die Anwohnerparkplätze benötigt man, wenn ich mich richtig erinnere, nur werktags einen Parkausweis.

Die Öffentlichen Verkehrsmittel sind sehr gut zu Fuß zu erreichen. Ein Saturn, Tengelmann, Aldi, Restaurants u.v.m. befindet sich in bequemer Laufweite zum Hotel.

Fazit:

Nichts zu meckern. Man ist nicht mitten in der Stadt, aber nahe dran. Durch die gute Lage und Anbindung kann man je nach Laune entscheiden zu laufen, mit den Öffentlichen oder mit dem Auto zu fahren.

Hotel

Im unteren Geschoss befindet sich die Rezeption, der Frühstücksraum sowie die BarVaria. Hier fügen sich alte und neue Elemente zu einem überwiegend modernem und funktionalem Gesamteindruck zusammen. Die lichtdurchfluteten Frühstücksräume können ebenfalls als Konferenzräume ab 11.30 Uhr – 22.00 Uhr genutzt werden.

In der BarVaria kann man zwischen Stühlen direkt an der Bar, Tischen oder einem “Sofa” wählen. Hier wurde Wert auf ein modernes, gemütliches Ambiente mit einem Schuss professionellem Geschäftsflair gelegt. Für Sportbegeisterte gibt es zudem die Möglichkeit über SKY die Lieblingsmannschaft anzufeuern. Bei wärmeren Temperaturen lädt der Innenhof zum gemütlichen Frühstücken ein.

Die Toiletten befinden sich im Kellergeschoss und sind, wie das restliche Haus, sauber und gepflegt.

Fazit:

Die “öffentlich” zugänglichen Bereiche des Hotels sind einladend gestaltet und auch für Treffen mit Geschäftskunden geeignet. Wer eher in Richtung “pompös” tendiert, ist hier allerdings am falschen Ort.

Zimmer

Das Komfort-Zimmer besitzt einen eigenen kleinen Flur von dem aus das Badezimmer sowie das Schlafzimmer erreicht werden kann. Ein großer Spiegel, Regenschirm sowie Kleiderhaken stehen zur Verfügung.
Das, ich würde schätzen, ca. 14qm große Schlafzimmer ist ausgestattet mit einem großen Bett mit Nachtkästchen inkl. eingebautem Radio, einem Schreibtisch, einem kleinem Sessel, einer Minibar, TV sowie einem Kleiderschrank. Bodentiefe Fenster lassen den Raum hell und freundlich wirken. Die Fenster besitzen keine Außenrollos sind aber mit lichtdichten Innengardinen ausgestattet. Auf dem Schreibtisch befindet sich eine Karaffe sowie zwei kleine Gläser zum selbst Befüllen mit dem gefilterten Leitungswasser. In einer Mappe können alle wichtigen Details nachgelesen werden.

Das Badezimmer ist klein aber funktional. Die gläserne Duschkabine ist in Relation zum Bad sehr groß und bietet auch genug Platz um z.B. kleine Kinder unter Aufsicht duschen zu lassen. Eine Handtuchheizung sorgt für entsprechende Wärme. Zur Verfügung stehen ebenfalls Fön, Nähset, Bodylotion, Seife, Nagelfeile und natürlich Handtücher.

Das von mir in Augenschein genommene Lifestyle-Zimmer befindet sich im 5. Stock des Hauses. Der Grundriss unterscheidet sich grundlegend vom Komfort-Zimmer. Hier versuchte man durch ein offenes Raumkonzept erfolgreich die vorhandenen Dachschrägen zu kaschieren. Das Zimmer besitzt ein offenes Bad, was bedeutet, dass kein Flur existiert und die Dusche sowie Waschbecken im Schlafraum integriert sind. Lediglich ein Spiegel trennt die beiden Bereiche von einander. Die Toilette ist separat mit einer Tür ausgestattet. Eine leise Belüftungsanlage sorgt für Luftzufuhr.

Fazit:

Komfort-Zimmer

Die Größe des Schafzimmers wäre auch für zwei Personen ausreichend. Wie im Eingangsbereich ist auch das Zimmer tadellos sauber. Das Bett erschien mir ziemlich weich im Vergleich zu meinem. Auch wenn die meisten darauf weniger Wert legen: ich war begeistert von der Anzahl an Steckdosen im Zimmer. Komfortabel konnte ich Kamera, Laptop, Handy, Notebook und iPad zur selben Zeit laden.

Lifestyle-Zimmer

Das Zimmer machte einen guten Eindruck. Die offene Raumgestaltung ist für die Einzelnutzung hervorragend geeignet. Bei zwei Personen, vor allem wenn es sich nicht um ein Pärchen handelt, muss man schon ein wenig exhibitionistisch veranlagt sein. Im Allgemeinen wirkt der Raum moderner und “fluffiger” als das Komfort-Zimmer.

Personal

Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt und auch zu später Stunde ist das Personal aufmerksam und höflich. Respektvoll halten die Angestellten eine professionelle Distanz zum Gast, sind aber auch offen gegenüber Gesprächen, wenn man das möchte.

Fazit:

Alles prima! Nicht zu aufdringlich, nicht zu distanziert.

Frühstück

Das Frühstück bietet für jeden etwas. Neben frischem Obstsalat, werden auch ganze Früchte oder geschnittene Früchte angeboten. Kaffee wird in kleinen Thermoskannen an den Tisch gebracht und verschiedene Tees können am Buffet in kleinen Kännchen zubereitet werden. Verschiedene Wurst- und Käsesorten sowie Gebäckteilchen, diverse Bio-Brotsorten und Brötchen, Joghurt, Müsli, verschiedene Eierspeisen und eine Flaschensaftbar runden das Angebot ab.  Auch Tomate-Mozzarella, aufgeschnittene Gurken oder, je nach Tag, werden auch Bratwürstchen oder Weißwurst angeboten.

Fazit:

Die Produkte sind frisch und ansprechend angerichtet. Was ich nicht so optimal finde sind die kleinen Verpackungseinheiten (z.B.) der Butter. Den anfallenden Müll könnte man sich sparen, da eh akribisch darauf geachtet wird, dass zu jeder Zeit alles vorhanden ist. Was ein kleines weiteres Problem mit sich bringt: im fast 3 Minuten Takt wird das Frühstück überprüft und zwar von verschiedenen Personen. Die warmen Eierspeisen waren leider immer etwas lauwarm. Ich vermute das liegt zum Teil mit daran, dass, selbst wenn sich niemand bediente, das Personal einen Statuscheck durchführte und dadurch natürlich der Deckel ständig auf und zu geht. Dem Geschmack hat es allerdings nicht geschadet.

Quintessenz

Ich kann das Hotel Bavaria mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Ob nun geschäftlich oder für einen kleinen City-Trip. Man ist dort gut aufgehoben und kann auch ohne Bedenken Kunden o.ä. mit in die BarVaria nehmen. Einen kleinen Abzug in der B-Note gibt es für die Webseite. “Hard-Facts” fielen ein wenig dem “Style” zum Opfer. Jedoch findet man mit ein wenig Suchen alles was man braucht und wenn nicht: Das Hotel hilft sicherlich gerne telefonisch weiter.

Direkte Informationen zu dem Hotel findet man auf www.hotel-bavaria.com

Ein etwas zu lang geratener Reisebericht mit zusätzlichen kleinen Einblicken in das Hotel kann man zumindest für den ersten Tag hier lesen.

München – Unendliche Weiten

Samstag der 7.Februar, die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Ein Umstand der meine Laune instant (engl. sofort) hob als mich mitten in der Nacht, genauer 8:30 Uhr, mein Wecker unsanft mit “Touch the Light” aus dem Schlaf riss. Müde trottete ich durch die Wohnung wohl wissend, dass in 3 Stunden meine Fahrt ins Ungewisse beginnt. 180 Minuten… eigentlich genug Zeit um eine Menge Dinge zu erledigen. Ich schaffte es gerade mal ein Seidla Kaffee zu genießen, n bisschen abzuspülen und wild irgendwelche Dinge in den Koffer zu schmeißen.
Die Erkenntnis, dass es ungeschickt ist im Winter irgendwohin zu fahren und dort ein paar Tage zu bleiben, traf mich als ich den Trolli hochhob. Soviel war da gar nicht drin, aber durch die Winterpullis, alle Socken die ich finden konnte u.v.m. platzte er fast aus allen Nähten.
Beladen wie ein Packesel schleppte ich mich, den Trolli, den Bogenrucksack, den Laptop, die Kamera und meine Handtasche zum Auto. Damit mein kleiner Flitzer auch gut in den Tag starten konnte fütterte ich es mit Benzin und fuhr auf die Autobahn in Richtung München.

In Windeseile nach München

Autobahnfahren… ich mag Autobahnfahren… CD rein, Mugge voll aufgedreht und ab geht die Parrrrteyyyy. Singend/gröhlend jagte ich also über die A3 und A9. Zu meinem Erstaunen verhielt sich mein Auto etwas merkwürdig. Es zog permanent nach Links.
Während ich also stetig dagegen hielt überlegte ich mir, was zu diesem Umstand führte. War es das Auto dass mal gerne mit der Leitplanke kuscheln wollte oder gab es noch andere Gründe. Nach reichlicher, kurzer Überlegung fiel es mir wie Schuppen von den Augen: die Autobahnen müssen schief sein! Da ich allerdings nicht ganz sicher sein konnte reduzierte ich vorsichtshalber die Geschwindigkeit auf ca. 10km/h  um heil anzukommen. Der Zeitpunkt war auch exzellent gewählt, immerhin fuhren alle so schnell. Während ich also immer noch im Chor mit Nightwish & Co sang beobachtete ich, trotz des rasanten Tempos, die anderen Autofahrer. Irgendwie sahen die wenig amüsiert aus. Hatten wohl die falsche Musik dabei….

Mittags an der Raststätte

Die Minuten gingen ins Land und ich “wollte” unbedingt an einer Raststätte halten. Offensichtlich war ich nicht die Einzige mit dieser grandiosen Idee. Die erste Raststätte die ich ansteuerte, war, sagen wir mal, etwas überfüllt. Kein Parkplatz, kein Aussteigen.. Zwar war das Umdrehen und Warten bis etwas frei war eine technisch durchaus mögliche Option, aber ich glaube die Beamten die mit Argusaugen über das Geschehen wachten, hätten etwas dagegen gehabt. Für einen netten Plausch mit ihnen hatte ich ohnehin keine Zeit, also ging es mit ca. 20km/h im Eiltempo weiter Richtung München.

Nach einer guten halben Stunde erreichte ich auch schon die nächste Raststätte. Vom Auto aus sah ich offenbar das Resultat eines Puderzucker-LKW-Massen-Unfalls. Überall lag weißes Zeug rum und die Menschen zogen sich, zum Schutz vor der flockenartigen Substanz, die Jacken an. Da sich so viele Menschen nicht irren können (ich bild mir ja ein, das ist ein kirchliches Zitat als es um die Scheibe und die Kugel ging) tat ich dasselbe und lief Richtung Toiletten. Bevor ich überhaupt den Eingang erreichte bot sich mir ein Bild des Chaos. Menschen, viele Menschen, eindeutig zu viele Menschen drängelten sich vor der Tür um das gelobte Sanicare-Drehkreuz mit 70 Cent zu füttern. Schneller als erwartet konnte ich die heiligen Hallen betreten und kramte aus meiner Jackentasche die unfreiwillige Spende für die sich automatisch säubernden Toiletten raus.

Ein endlicher Raum, zwei Eingänge welche auch als Ausgang dienen… man muss kein Genie sein um zu wissen, dass das nicht funktionieren kann, wenn Massen in Richtung Eingang drängen und niemand raus gelassen wird.

Not macht bekanntlich erfinderisch. So zwangen sich einige Ex-Notdürftige unter dem Kindereingang durch um wieder die Freiheit zu erlangen. Eine “Klofrau” sah dem Spektakel ein wenig hilflos zu. Nach gefühlten 5 Minuten innigem Grübelns konnte ich fast schon eine Glühbirne über ihrem Haupt erleuchten sehen, als sie sich mutig dazu entschloss den Kindereingang einfach komplett zu öffnen. Somit war der Zugang und der Abgang (Abfluss?) geregelt. Ich hatte mal wieder das subjektive Gefühl, ich war die Einzige die diese Situation lustig fand, weil so schön absurd. Vielleicht hatten es die anderen aber auch einfach nötiger. Zumindest würde das das Beine zusammenkneifen und das Auf- und Ab-Gewippe erklären.

Back on the Road

Zurück auf der Autobahn kam ich in einen Stau nach dem anderen und konnte das Ergebnis mehrerer Unfälle begutachten. Offenbar ist es nicht nur so, dass so manch einer seine Fähigkeiten zum Führen eines KFZs verliert, wenn der erste Schnee liegt oder es regnet, sondern auch beim ersten schönen Tag im Jahr.

Ich, immer noch gut gelaunt, wechselte meine CDs wie manch eine Dame ihre Liebhaber, als ich erschrocken auf die Akkuanzeige meines Navis aka mein iPad sah.  Fatal! 60% und ich musste noch in Hochbrück bei der Bayrischen Meisterschaft fürs Bogenschießen ankommen um “einfach mal zuzuschauen” und danach noch weiter zum Hotel in München fahren. Mein Informatikerhirn fing natürlich sofort an zu eruieren, ob der Akku bei gleichbleibender Geschwindigkeit von 0km/h und der dazu in Relation stehenden Zeit bis zu meinem Endziel am Abend durchhalten würde. Die Antwort war ein klares: Vielleicht! Zu meiner Erleichterung ging es irgendwann wieder etwas schneller voran und ich hegte die leise Hoffnung nicht völlig orientierungslos in Bayern umher zu irren.

In 500 Metern bitte wenden

Mein Akku war auf 30% gesunken als ich nun endlich den Namen las den ich lesen wollte: Hochbrück. Hervorragend! Da wollte ich hin und zwar zur Olympischen Schießanlage. Frohen Mutes folgte ich also der Ausschilderung nach Hochbrück und passierte das lang ersehnte Ortsschild als mein Navi plötzlich eine neue Route berechnen wollte. Ich denke es war schon sehr erschöpft, denn auch als ich am Rand stehenblieb und ein wenig wartete, wollte es keine Route ausspucken. Aber hey, was tun wir Informatiker wenn etwas nicht funktioniert? Richtig! Applikation neu starten! Erstaunlicherweise teilte mir dann mein Navi mit, dass ich falsch wäre. Ich war zwar anderer Meinung, denn ich wollte ja nach Hochbrück und ich war definitiv in Hochbrück aber ich hatte heute keine Lust auf lange Diskussionen. Ich folgte den Anweisungen und fuhr wieder aus dem Ort raus, um bei der nächsten Möglichkeit links von der Bundesstraße (oder sowas ähnliches) abzubiegen. So, da stand ich nun… vor einem hohen Zaun vor  Bundeswehrschildern, Warnungen, dass scharf geschossen wird und dass der Zutritt nur für Befugte sei. Der erste völlig irrelevante Gedanke der mir in den Sinn kam war, dass ich meinen Bogen im Kofferraum hab. Ich konnte auch scharf schießen, zwar langsam und ich hätte den Bogen erst noch aufbauen müssen, aber…
Mein iPad beharrte, trotz meines Versuchs eine alternative Route zu finden, mich auf das Bundeswehrgelände zu schicken. Ich überlegte kurz, was ich ihm angetan hatte. Immerhin wollte es mich in ein Gebiet mit so schießwütige Menschen schicken, dass man die Menschheit mit einer beachtlichen Zahl an Schildern warnen muss.

Ich fuhr vor dem Zaun auf und ab (nicht nur methaphorisch) und überlegte welche weiteren Schritte ich nun unternehme. Keiner meiner Kontakte ging ans Handy um mir den Weg zu weisen während der Akku unermüdlich den Saft verlor. Da ich ja immer noch der Meinung war, ich will nach Hochbrück, bin ich wieder zurück gefahren und an einer Aral nährte ich mich vorsichtig den Einheimischen und tat das, was ich die nächsten Tage noch öfters machen würde: Ich fragte nach dem Weg. Ein älterer Mann, der schon seit 50 Jahren in der Gegend wohnte sagte mir ich muss wieder aus dem Ort fahren, links abbiegen und nach 1,7 km ist links die Halle und ausgeschildert sei es auch. Ich also wieder raus aus dem Ort, an der Einfahrt vom Bund vorbei und… Naja! 1,7km ist zwar eine genaue Angabe, aber woher soll ich denn jetzt so genau wissen, wann 1,7km rum sind. Mit einem atemberaubenden Manöver zog ich inkl. Vollbremsung, nach vorheriger Prüfung des nicht vorhandenen nachfolgenden Verkehrs über zwei Spuren um die Abbiegespur zu kriegen. Im Grunde folgte ich den Anweisungen eines Schildes das ich aus den Augenwinkeln wahrnahm. Da stand irgendwas von Sportanlage. Unterdessen schrie mich mein Navi an ich solle doch bitte wenden.
Nachdem ich also die Gegenspur gekreuzt hatte stand ich wieder im Nichts. Keine Halle, keine parkenden Autos. Schlagartig wurde mir klar: Auch das hier ist nicht mein Ziel. Verzweifelt versuchte ich wieder auf die Bundesstraße in Richtung meines Zieles zu fahren als wie aus dem Nichts so viele Autos auftauchten, dass ich gezwungen war wieder mal nach Hochbrück rein zu fahren um sicher zu wenden. So schön die von mir so ausführlich unter die Lupe genommenen 100 Meter von Hochbrück auch waren: Ich war froh, als ich die Schießhalle erreichte.

Anmerkung: natürlich wollte ich nur das “Trial and Error”-Prinzip ausprobieren und testen wieviel Saft die Sturheit des Navis verbrauchen würde, wenn es mir permanent erzählt ich wäre falsch.

Du willst heute noch nach München reinfahren? OhOh!

Das Zusehen der Knirpse auf der bayrischen Meisterschaft im Bogenschießen war ganz interessant und ich freute mich, dass ich nicht schießen musste/durfte. Durch die unglaublich guten Lichtverhältnisse wurden zudem meine Augen optimal auf die anstehende “Nachtfahrt” Richtung Hotel vorbereitet.

Nachdem die Sonne schon lange verschwunden war, hupfte ich also mit einem mulmigen Gefühl, das auch die Vorfreude auf gute Mugge nicht wett machen konnte, in meinen kleinen Flitzer. Mahnende, markerschütternde Informationen wurden mir von, so ziemlich jedem, der hörte ich wolle nach München fahren, mitgeteilt. Es war Sicherheitskonferenz! Zuerst begriff ich gar nicht in was für einer prikären Lage ich eventuell steckte und antwortete salopp: Mist ich hab gar kein Schild dabei!
Während ich innerlich kicherte starrten mich verständnisslose Augen an… Anscheinend hat das keiner verstanden oder fand das nicht so lustig. Da kaum gnerks da waren, tippe ich auf Ersteres.

Autofahren für Fortgeschrittene

Bevor ich losfuhr rief ich zur Sicherheit im  Hotel an. Eine nette Dame sagte mir, das es kein Problem sei, wenn man vom Norden aus kommt. Offenbar wusste sie mehr als ich, denn ich wusste nicht wo ich mich befand.

Autofahren… eine Sache in der ich mich selber eigentlich als ganz gut einschätzen würde. Mein Auto hatte zwar schon ein paar Unfälle, aber ich war nur einmal persönlich anwesend. Ein junger Mann wollte vor einiger Zeit das schnelle Fahren auf spiegelglatter Fahrbahn ausprobieren und irgendwie stand ich ihm dabei wohl im Weg. Ich kann also eigentlich ganz gut fahren zumindest solange es hell ist. Wenn es dunkel wird fahr ich immer noch wie eine junge Göttin, aber, sagen wir mal, etwas intuitiver. An jenem besagten Samstag wurde ich eines besseren belehrt. In Erlangen fahren oder mein persönlicher Mount Everest, der Plärrer in Nürnberg, ist Kindergarten! Das Navi führte mich zurück auf “n paar” Autobahnen die irgendwann immer mal wieder 5-Spurig wurden. Irritiert hat mich vor allem, dass ich vor lauter Autoleuchten, die Fahrbahnen nicht mehr sah und auch nicht so richtig wusste ob ich nun links, fast links, mitte, fast rechts oder ganz rechts fahren soll und welche Position die mich umgebenden Autos zum Zeitpunkt x genau hatten. Die Musik war da schon lange aus. Mit zugekniffenen Augen, um das maximale an Dunkelsehfähigkeiten einzusetzen, saß ich bequem in Richtung Windschutzscheibe gebeugt in meinem Semisportsitz und umklammerte mit unmenschlicher Kraft mein Lenkrad. Im Hintergrund säuselte mein Navi irgendwas von Abbiegen, irgendwohin, irgendwann. Egal! Ich war auf irgendeiner Spur und mein Selbsterhaltungstrieb sagte mir: Fahr einfach gerade aus… irgendwo wirst du heute schon noch ankommen.
Tatsächlich fuhr ich an der einen “Ausfahrt” bzw “Auffahrt” auf irgendeinen Ring vorbei. Was allerdings völlig egal ist, offenbar führen viele Wege auf irgendwelche Ringe (oder den Ring) in München. Irgendwann war ich dann irgendwie aus Versehen auf dem richtigen Weg und kam am Hotel an… lebendig… und alle anderen auch! Das Anwohnerparkausweisschild nahm ich zur Kenntnis, um es dann zu ignorieren. Mit dem Gedanken “die armen Fahrschüler” lud ich mein Auto aus und spazierte, wieder beladen wie ein Packesel, in das Hotel Bavaria.

Sesam öffne dich!

Die höfliche Dame am Empfang, ich glaub ja das war die mit der ich vorher schon telefoniert hatte,  gab mir den Zimmerschlüssel und ich quetschte mich samt Ausrüstung in den Aufzug. Ich hasse Aufzüge! Nicht dass ich Angst hätte abzustürzen.. vielmehr ist es das Steckenbleiben in kleinen engen Kisten ohne eine Möglichkeit zu flüchten. Vollgepackt in den 4ten zu latschen hatte ich jetzt aber auch keine Muse mehr also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fuhr hoch.
Als der Aufzug im 4ten Stock ankam und aufging stürmte ich mit einer gehörigen Portion Elan (oder Adrenalin) aus dem Aufzug nichts ahnend, dass ich direkt an meinem Zimmer vorbei schlurfte. Das Zimmer war direkt neben dem Aufzug. Würde ich trinken, wäre das eigentlich perfekt.. vom Aufzug ins Zimmer. Wie Doofy stand ich erstmal vor der Tür, denn diese hatte ein normales Schloss, allerdings war an dem Schlüsselbund kein Schlüssel. Wie Sherlock Holmes kombinierte ich: Kein Schlüssel – kein Tür aufschließen. Meine Theorie war: es musste einen anderen Mechanismus geben. Aus längst vergangener Zeit wusste ich, es gab mal sowas wie Schlüsselkarten. Allerdings erschien mir der Plexiglasanhänger von ca. 10cm x 3cm x 1cm etwas groß um in in den nicht vorhandenen Schlitz zu stecken. Die letzte Möglichkeit war ein kleiner schwarzer Anhänger mit einer kleinen Knopfbatterie. Nach eingehender, erneuten Prüfung der Tür fand ich auch das passende Gegenstück und als sich beides berührte, konnte ich diese auf magische Weise durch das Betätigen der Türklinke öffnen. Jubbilie!

Eine neue Spezies?

Im Zimmer angekommen schmiss ich erstmal alles Gepäck in die Ecke und begutachtete das Zimmer. Alles Sauber, alles hübsch. Durch die ganze bisherige Odyssee hatte ich total vergessen was zu trinken. Das stellt im Hotel Bavaria jedoch gar kein Problem dar, denn da kommt belebtes Wasser aus der Leitung. Zumindest lautet so der Werbespruch von Grander (das ist wohl der Wasserfilterhersteller oder so ähnlich). Ich war also gespannt welche Lebensform mir da wohl aus dem Wasserhahn entgegen fließen würde. Bewaffnet mit der bereitgestellten Karaffe ging ich ins Badezimmer und öffnete vorsichtig den Wasserhahn. Eine Hand hielt ich schützend vor mein Gesicht um dann erstaunt festzustellen: doch nur kaltes, klares Wasser! Vorsichtig und bedacht, eventuell ist mir ja was entgangen, trug ich die Karaffe ins “Schlafzimmer” und schüttete mir ein Glas ein. Was so einfach klingt, war gar nicht so einfach, denn die Öffnung der Gläser war nicht sonderlich groß und die Karaffe war nicht sonderlich präzise, was zu einer kleinen Überschwemmung auf dem Schreibtisch führte. Ja naja, putzen wollte ich eigentlich nicht mehr aber.. manchmal muss das halt. Urplötzlich und ohne Vorwarnung fand ich mich in einer Endlosschleife wieder die aus folgenden Aktionen bestand: Wasser ins Glas füllen und austrinken. Die Abbruchbedingung war eigentlich simpel: Trinke solange bis du keinen Durst mehr hast. Das Problem das entsteht wenn man halb am  Verdursten ist und nur 0,1 Liter Gläser sollte jedem bewusst sein. Ich kam mir nach dem 7ten mal dann doch schon ein wenig blöd vor. Wie ein unzivilisierter Mensch aus der Karaffe trinken, ging mir dann doch einen Schritt zu weit.

Nun mal zu dem beworbenem belebten Wasser. Durch die zwangsweise kleinen “Portionen” konnte ich das Wasser genauer in Augenschein nehmen. Neben der normalen Farbe stelle ich auch in der Konsistenz oder im Mundgefühl keinen Unterschied zu anderem Wasser fest. Geschmacklich ist das allerdings der Champagner unter den Wässerchen! Ok, ich find Champagner jetzt nicht so prickelnd ( Definition ‘prickelnd’: nicht so gut. Champagner prickelt natürlich auf der Haut und erst recht im Bauchnabel, hab aber gehört: dafür reicht auch ‘n Weizen). ABER das ist wirklich abgefahren! Ich wusste gar nicht, das Wasser so schmecken kann bzw nicht schmecken kann. Normalerweise hat das Ganze noch eine gewisse chlorige oder kalkige Nuance und das auch bei gefiltertem Wasser. Aber das.. DAS nenn ich mal Wasser! Sollte ich jemals jemanden finden, der mir ein Haus baut (ich hege nämlich so meine Zweifel, dass ich nach der Erfahrung mit Kefs Hütte, jemals selber eins bauen werde), dann sollte derjenige welcher (optional auch: diejenige welche), das bitte auch anschaffen.

Die Sache mit dem Deutsch

Es war nun “schon” 19:30 Uhr und mir fiel ein, dass ich meine Zahnbürste vergessen hatte. Ausgehungert schlappte ich runter zur Rezeption und fragte nach dem nächsten Supermarkt. Die nette Dame erklärte mir den Weg zum Aldi und ich wagte mich bei eisiger Dunkelheit, ganz alleine, auf die Straßen der bayrischen Hauptstadt. Während ich also wachsam wie ein Luchs an einer roten Ampel stehen blieb hörte ich ein junges Mädchen etwas zu ihrem Freund sagen. Durch meine mittelfränkischen Wurzeln war ich eigentlich der Meinung ich hätte gute Chancen Bayrisch zu verstehen. Ich wurde eines besseren belehrt. Außer etwas, was klang wie: Du willst mich doch verarschen, war es mir unmöglich auch nur einzelne Wörter zu identifizieren. Um sicher zu sein überhaupt im Süden Deutschlands zu sein überprüfte ich das Logo von Aldi und ja, das sah aus wie bei uns in Mittelfranken und auch das Angebot deckte sich. Das Doppelpack Zahnbürsten fand ich dort wo ich sie erwartet hatte: im Laden. Meine ersten Kontakte zu den Einheimischen waren eher neutraler Natur. Im Großen und Ganzen verhalten sie sich nicht anders als wir an einem Samstag um 19.30 Uhr im Aldi. Auch die anzunehmende Sprachbarriere war gar kein Problem. Immerhin redete niemand.

Oh, Menschen!

Aus purer Abenteuerlust beschloss ich die Nahrungssuche woanders anzugehen. Ich dachte ggf könnte ich ein wenig in die Stadt laufen und das ominöse Partyvolk, natürlich mit größter Vorsicht, beobachten. Ich folgte dem Rat von Michael, der mir telefonisch sagte: Geh zum Bahnhof, da gibts Dönerbuden und die Kirche an der Theresienwiese musst du rechts von dir lassen. Ein Problem war, dass ich bis zu dem Zeitpunkt gar nicht wusste wo die Theresienwiese überhaupt ist. Telefonisch erklärte mir Michael genaueres und ich konnte die Wiese, die sich ca. 100m vom Hotel entfernt befindet, als “die Wiesn” identifizieren. Da doppelt Fragen aber eindeutig besser hält und Ferndiagnostik etc. erfahrungsgemäß immer etwas schwierig ist habe ich noch einen Fahrradfahrer gefragt. Da es langsam etwas kalt um den Kopf herum wurde, ging ich den elendig langen Weg zum Hotel zurück und holte meine Mütze. Gut ausgerüstet stiefelte ich also los und zwar genau so weit, wie ich noch wusste, wo ich lang musste. Man ahnt es.. es war nicht wirklich weit. Mutterseelen alleine stand ich also irgendwo an einer Straße und sah mich um. Nach schier unendliche 2 Minuten beschloss ich die Treppe hinter mir hochzugehen. Just in dem Moment tauchten zwei Gestalten auf der Treppe auf und voller Freude sagte ich etwas lauter (naja oder schrie): Oh, ein Mensch!
Eigentlich war das nicht korrekt und auch gar nicht meine Art. Immerhin waren es zwei, genauer ein Pärchen. Besser wäre wohl gewesen: Oh, Menschen! Oder ganz genau: Oh, zwei Menschen! Der Mann sah mich etwas verdutzt an und entgegnete mir etwas zögernd mit rauem Unterton: Ja, Menschen! Ich erklärte meine Situation und etwas entspannter erklärten sie mir dann wie ich mein Ziel erreichen konnte. Ich ging also, zumindest die ersten paar hundert Meter in die Richtung die sie mir gesagt hatten und überlegte, ob die Bezeichnung Mensch eigentlich in der heutigen Zeit schon negativ aufgefasst werden kann. Kam mir ehrlich gesagt irgendwie so vor.

Dönersuche – Meine neue Sportart?

Nun! Ich war also auf einer Straße und ging den Lichtern entgegen von denen ich dachte es wäre die Innenstadt. Während ich unbeirrt weiter wanderte zog ein Hotel nach dem anderen an mir vorbei. Irgendwann ignorierte ich die Schilder und suchte gezielt nach bekannten Mustern. Tafeln die wie ein Dönerspieß aussehen oder Züge, welche normalerweise ein Indiz für einen Bahnhof sind o.ä. bekannte Symbole oder Hinweise.

An einem Parkscheinautomat nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte einen Mann nach dem Weg zum Bahnhof. So richtig kannte er sich wohl nicht aus, meinte aber da vorne gibts Essen. In schnellen Schritten, weil Hunger und Kalt, ging ich also die “Hotelstraße” weiter. Zwischen den Hotels fanden sich jetzt allerdings auch Spielhallen und Wettbüros, aber immer noch keine Züge oder Döner oder Pizza o.ä. Als ich dann quer gegenüber vom Beate Uhse Shop stand und die Straße dazu so ähnlich wie der Frauentorgraben aussah, dachte ich mir: Och nö, da geh ich das nächste mal hin und schaus mir an.
Ich drehte um und lief den Weg zurück bis zu einer Kreuzung an der ich die Rückseite eines Pfeiles sah. Wagemutig stellte ich mich an die Ecke des Bürgersteigs und beugte mich ein Stück über die Fahrbahn. Der abbiegende Autofahrer verstand das wohl als ein Signal, dass ich über die Straße möchte und blieb stehen. Mit einer lässigen hektischen Handbewegung winkte ich ihn weiter und las in großen Buchstaben: Hauptbahnhof. Ich war schon ein wenig stolz auf mich, immerhin hatte ich den Weg ganz alleine und ohne Navigation gefunden, als es mir ein wenig mulmig wurde. Die Straße zog sich schier endlos hin und kaum ein Mensch war zu sehen.

Bei der nächsten Gelegenheit, etwas lockerer als bei den anderen Passanten, fragte ich einen adrett aussehenden Mann, wo man hier was zu Essen auftreiben könne. Überwältigt von seiner gelangweilten netten Art lauschte ich den Worten: Gerade aus in die andere Richtung, da gibt es Imbissbuden. Trotz der gesicherten Information von Michael, dass der Hauptbahnhof der “Ort to be” sei beschloss ich umzudrehen. Immerhin wäre es unhöflich gewesen den Rat des Mannes zu ignorieren und weiter neben ihm her zu laufen. Ich bin mir bis heute unsicher, ob er mich nicht absichtlich in die andere Richtung geschickt hatte, um mich los zu werden.

Zu meinem großen Glück entdeckte ich ein paar Meter hinter der Kreuzung, die ich heute schon zum Dritten mal passierte, einen schnucklichen kleinen arabischen Laden. Und darin gab es Döner! Ich orderte einen Döner ohne Zwiebeln und ein bissl scharf zum Mitnehmen. Der lächelnde Verkäufer fragte mich, ob ich eine Plastiktüte möchte. Im Rahmen des Naturschutzes verneinte ich und fragte ihn nach dem Gericht, das auf der Karte unterhalb des Döners stand. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist es wie ein Döner nur in einen Brotfladen gewickelt aber kein Dürüm. Mit Fragezeichen über dem Kopf verließ ich das Geschäft und ging in Richtung des Hotels.

Das leuchtende rote Männchen

Auf meiner langen Reise musste ich schon viele Ampeln überqueren. Um ein gutes Vorbild der nicht sichtbaren Kinder zu sein, blieb ich natürlich an jeder roten Ampel stehen und wartete. Für dieses Verhalten erntete ich schon einige skeptische Blicke. Anscheinend erkannte man daran sofort, dass ich keine Einheimische war.

Als ich an der letzten großen Kreuzung vor meiner Lebensabschnittsunterkunft (Determinativkompositum!) auf das grüne Männlein wartete zog ein Mann forschen Schrittes an mir vorbei und verharrte auf der Fußgängerinsel. Schwungvoll wechselte die Ampel das Signal und ich folgte ihm. Da standen wir nun.. beide auf einer kleinen Insel und alles was uns aufhielt war ein kleines rotes Lichtlein, dass uns mit aller Kraft mitteilte: Bleibt gefälligst stehen! Ich grinste zu dem Mann rüber, der mich nervös ansah. Meine Spinnersensoren schlugen Alarm, denn irgendetwas schien den Mann auf die freie Fahrbahn drängen zu wollen. Kichernd fragte ich ihn, ob er gehen möchte. Heiser und kraftlos antwortete er “Ja”. Da ich ein Menschenfreund bin und ungern Leute leiden sehe betrat ich vorsichtig die Fahrbahn. Die Ampel schien mir von Sekunde zu Sekunde roter (röter? Die Steigerung des absoluten Zustandes rot..) zu werden, aber ich schob die Gedanken möglicher Konsequenzen beiseite und lief, als hätte ich den Döner schon verspeist, los. Dankbar gab mein Begleiter der unsichtbaren Kraft nach, die ihn über die Straße zog. Mit einem lauten “Schönen Abend noch” verabschiedete ich mich und führte meinen Weg vergnügt fort.

Lila und Schwarz – Nachts ist alles Grau

Noch auf dem Fußgängerweg griff ich enthusiastisch in meine Handtasche und war etwas verwundert als ich etwas warmes, flüssiges auf der Haut spürte. Erschrocken riss ich die Tasche auf und zog den in Alufolie eingewickelten, triefenden Döner heraus. Wie ein Profi wickelte ich mein Allerheiligstes in Servietten, die mir der Mann im Dönerladen mit gab,  ein und stopfte es wieder in die Tasche. Es war ohnehin zu spät um meine Tasche vor einer Säuberung zu retten. Hätte ich mal eine Plastiktüte gehabt.

Im Zimmer 48 angekommen setzte ich mich an den Schreibtisch und genoß den Döner. Geschmacklich war er hervorragend, der lange Umweg hatte sich absolut gelohnt. Putenfleisch, eine Sauce mit Curry. Perfekt!

Nach der Stärkung beschloss ich meine Jacke zu reparieren, denn mir fiel auf, dass ich wohl bei meinem letzten Nagelbettstudiobesuch irgendwo hängen geblieben sein musste und meine Jacke eine nicht gerade geringe Anzahl an Löchern aufwies. Glücklicherweise war ich nicht daheim und konnte das bereitgelegte Nähset sofort finden. Unerschrocken entschied ich mich für einen schwarzen Faden. Zwar war die Jacke Lila, aber man sieht mich eh selten am helligen Tage in freier Wildbahn.

Tick Tack

Ich war zufrieden. Der  Hunger war gestillt, der Durst gelöscht und ich war für Schlummerland bereit um von der Herrschaft über Gnerkland zu träumen. Ich konnte förmlich hören wie die Zeit verstrich während ich immer noch wach im Bett lag. Lösungsorientiert, wie ich bin, rang ich mich dazu durch das Licht wieder anzuschalten und dem im Nachtkästchen eingebautem Radio den Stecker zu ziehen. Der gewissenhafte Hersteller dieser Radio/Uhr Kombination legte anscheinend viel Wert darauf, dass die Menschen auch ohne Strom noch wissen wieviel Uhr es ist. Unbeeindruckt verrichtete der Sekundenzeiger weiterhin seine so wichtige Aufgabe.

In meinem schönsten Hoodie, grau mit einem dümmlich dreinschauendem Eichhörnchen das einen Ball hält, machte ich mich auf zur Rezeption um nach einer alternativen Möglichkeit zu fragen die Uhr auszustellen. Die arme Frau an der Rezeption, es war immerhin schon nach Mitternacht, bügelte gerade und meinte ich solle den Stecker ziehen. Um sicher zu gehen, dass ich keine zweite Stromquelle übersehen hatte oder Reststrom die Uhr noch am Leben hält überprüfte ich in meinem Zimmer nochmals den aktuellen Status. Dieser war jedoch unverändert. Erneut unten angekommen bot mir die nette Dame ein anderes Zimmer an, was ich dankend ablehnte. Als ich nach den Ankunft nämlich meinen Koffer öffnete explodierte er und alle Klamotten, Ladekabel, Schuhe etc. flogen durchs Zimmer. Ich bin froh, dass ich dieses Szenario unbeschadet überlebt hatte und wollte dasselbe nicht zweimal innerhalb kürzester Zeit durchmachen.

Auch hier kamen mir wieder meine mathematisch-technischen Fähigkeiten zu Gute und ich fragte nach einem Schraubenzieher. Irgendwie werd ich das Ding schon aus bekommen, wenn ichs aufgeschraubt habe. Verdutzt sah mich die Rezeptionistin an bis ich ihr entgegnete: Ich bin Technikerin! Dinge die ich auseinander baue, kriege ich auch wieder zusammen. So ganz richtig war die Aussage zwar nicht, denn ich bin eine reine Programmiererin.. ich weiß noch nicht mal, wie man einen Rechner zusammenbaut. In der Regel jammere ich ein wenig wenn es Hardwareprobleme gibt und irgendeiner, der genug davon hat, erbarmt sich dann. An der Stelle: Tschuldigung fürs Flunkern.

Ausgestattet wie ein Profi entfernte ich die zwei Schrauben, welche die Radioblende an das Nachtkästchen fixierte. Nach einem wohl dosiertem Ruck hielt ich diese in der Hand und sah mir die Rückseite an. Sofort erkannte ich, dass der Kreuzschraubenzieher zu groß war. Ich entschied mich dagegen, das ganze Ding auseinander zu bauen und legte es in den Kleiderschrank. Immer noch konnte ich die Uhr wahrnehmen und überlegte, was ein geeigneter Platz für den Störenfried sei. Ich liebäugelte mit dem Fenster, vermutete aber dass das große, klaffende Loch im Nachttisch die Eigentümer des Hauses nicht ganz so glücklich machen würde. Das schöne an dem Zimmer war, dass es einen Flur mit einer Tür hatte. Eine Sache, die ich an Hotelzimmern nun zu schätzen weiß. Die Blende landete also neben der Eingangstür im Flur und konnte dort erquickt weiter ticken.

Nach einem langen Tag konnte ich nun auch geruhsam schlafen.

Hier gehts zum zweiten Teil: München – Unendliche Weiten II